Manchmal wäre ich einfach gerne „normal“

Manchmal wäre ich tatsächlich einfach gerne „normal“.

Nur was ist schon normal?

Mit normal meine ich so zu sein wie die meisten in meinem Alter. Sich mit den Freundinnen über die neuesten Modetrends zu unterhalten, bestimmte Fernseh Shows anzuschauen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein und mitreden zu können, von Party zu Party zu tingeln und nicht immer alles zu hinterfragen.

aber was ist schon normal?

Statt dessen habe ich meistens absolut keine Ahnung davon was gerade im Fernsehen läuft und um welche Sendung es sich handelt. Fernsehen empfinde ich persönlich als verschwendete Zeit und das sage ich nicht mit erhobenem Zeigefinger. Manchmal bedauere ich es, dass fernsehen für mich nichts mit Entspannung zu tun hat.

Ja und was soll ich sagen. Wann war ich das letzte Mal so richtig Party machen? Ausser an Silvester, das zählt natürlich nicht. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern. Lieber verbringe ich den Abend mit Freunden bei einem leckeren Essen und guten Gesprächen. Ob das spießig und langweilig ist? Das habe ich mich auch schon mehrfach gefragt. Für mich fühlt es sich einfach richtig und gut an. Ich fühle mich wohl dabei und kann aus solchen Abenden wesentlich mehr mitnehmen, als zu viel zu lauter Musik in einem viel zu kleinen Raum zu tanzen und dabei so zu tun als würde ich gerade unheimlich viel Spaß haben.

Und manchmal, ja manchmal wäre ich einfach gerne normal.

Jemand sagt Dir, Du bist anders, dann denk Dir für Dich: Anders ist nicht falsch, bloß ´ne Variante von Richtig.

  • Julia Engelmann

Manchmal würde ich gerne nur über die einfachsten Dinge nachdenken und nicht alles erforschen und verstehen wollen. Und vor allem nicht alles hinterfragen. Manchmal würde ich mein Gedakenkarussell einfach gerne mal anhalten können.

Statt dessen hinterfrage ich eigentlich den ganzen Tag und fühle mich manchmal wie in einem Strudel von Gedanken gefangen. Ein Gedanke jagt den nächsten und ich denke mich immer tiefer in eine Sache hinein.

ich bin glücklich damit

Doch dann bin ich wiederum froh darüber, dass ich nicht einfach nur „normal“ bin. Dass ich meine ganz eigene Persönlichkeit entwickelt habe. Dass ich nicht alles so mache wie alle anderen. Dass ich mich für viele Dinge begeistern kann und alles genaustens wissen möchte. Dass ich lieber über komplizierte Theorien philosophiere als über die neuste TV Show zu reden.

Die meiste Zeit fühle ich mich wohl so wie ich bin. Die meiste Zeit fühle ich mich wohl so wie ich geworden bin. Denn vor einiger Zeit war ich noch einfach normal. Und ja es war die meiste Zeit vermutlich wesentlich einfacher.

wirklich ich zu sein

Doch längerfristig gesehen bin ich unheimlich froh aufgewacht zu sein. Zu spüren wer ich wirklich bin und was ich wirklich will. So wirklich richtig ich zu sein. Es ist so viel spannender jeden Tag aufs Neue das Leben zu erleben, was ich nie kennen gelernt hätte, wenn ich nicht aufgewacht wäre. Und auch die wundervollen Menschen die ich dadurch kennen lernen durfte und denen ich begegnet bin möchte ich auf keinen Fall mehr missen.

Und dennoch wünsche ich mir manchmal einfach wieder normal zu sein. Manchmal fühlt es sich wie eine Last an, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Und dann wieder ist es wie eine Befreiung, wenn sich wieder ein Puzzleteil fügt. Einfach faszinierend.

Das gehört wohl zu der ganzen Entwicklung mit dazu, dass man step by step lernt damit umzugehen. Und ich kann Dir sagen, mit der Zeit wird es leichter.

Und wenn ich es geschafft habe, wirst Du es auch schaffen. Das „ich selbst sein“ ist viel viel besser und entschädigt die ganze Anstrengung.

textende_shinebright

1 Kommentare

  1. So schön geschrieben…ich glaube es geht ganz vielen so nur manche öffnen sich dafür einfach nicht. Ich bin auch dankbar auf diesem Weg zu sein und ich bin dankbar dafür, dass du ihn quasi mit mir gehst. Denn dadurch haben wir beide uns kennengelernt und auch ich möchte dich nicht mehr missen….Es tut gut sich auszutauschen und ich denke ganz vielen anderen wird dein Post zu Mut machen…

    Danke, liebe Franzi 🙂

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